Rote Hilfe-Zeitung

Rote Hilfe-Zeitung 4-2019

Die aktuelle Rote Hilfe-Zeitung hat als Schwerpunkt die Rote Hilfe und ihr Netz der Solidarität.

Ihr könnt die Zeitung im Bahnhofsbuchhandel kaufen oder im Literaturvertrieb bestellen. Mitglieder bekommen die Zeitung zugeschickt.

Außerdem ist sie auch als PDF-Download verfügbar.

Soli-Tresen 7.12.2019

Flyer Soli-KneipeRote Glüh-Hilfe: Besuch uns am Samstag 7.12.2019 zum Soli-Tresen im ZAKK, Bremen-Ostertor. Es gibt Glühwein und andere Getränke und wir legen internationale Widerstands- und Revolutionslieder auf. Lasst uns gemeinsam die solidarische Anti-Repressions-Arbeit feiern!

Linke Solidarität im Visier von Polizei und Justiz – Repression gegen die Rote Hilfe gestern und heute

Vortrag und Diskussion
Dienstag 19.03.2019 – 19 Uhr – Paradox – Bernhardstr. 12 – Bremen

Flyer

Linke Solidaritätsarbeit federt die Folgen staatlicher Repression ab und wirkt aktiv dem Ziel der Isolierung und Einschüchterung der betroffenen Genoss*innen entgegen. Indem sie die Maßnahmen von Polizei und Justiz dadurch ins Leere laufen lassen, sind starke Solidaritätsorganisationen den staatlichen Organen ein Dorn im Auge und werden ebenfalls zur Zielscheibe von Überwachung, Gerichtsverfahren bis hin zu Verbotsdrohungen und sogar Verboten.

Bereits in der Weimarer Republik war die Rote Hilfe Deutschlands Verfolgungen ausgesetzt, die nach der Machtübergabe an die Nazis in einem Verbot im März 1933 und anschließendem brutalen Terror gegen die Rote-Hilfe-Aktivist*innen mündete.

Auch die heutige Rote Hilfe e.V. sieht sich immer wieder zunehmendem Druck und Repressalien ausgesetzt, die Ende November letzten Jahres in Verbotsdrohungen aus dem Innenministerium gipfelten.
Der Vortrag wird einen anschaulichen Überblick geben über diese sehr unterschiedlichen Phasen der Repression, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die jeweilige Situation in Bremen gelegt wird. Anschließend ist Platz für Austausch und Diskussion.

Sonderzeitung zum Tag der politischen Gefangenen am 18.3. hier downloaden
Sonderzeitung zum Tag des politischen Gefangenen

Freiheit für alle ATIK-Aktivist*innen!

Gegen die Kriminalisierung migrantischer Selbstorganisation – Weg mit §129 a/b!

Freitag, 13. Mai 2016 | 19 Uhr | Paradox


Mitte April 2015 wurden in vier europäischen Ländern linke türkische Oppositionelle verhaftet, zehn von ihnen sind immer noch in Haft. Allen Verhafteten wird die Bildung/Mitgliedschaft oder die Unterstützung einer „terroristischen Vereinigung im Ausland” nach §129b des StGB (Strafgesetzbuch) vorgeworfen. Es handelt sich hier um die TKP/ML (Kommunistische Partei Türkei/Marxistisch-Leninistisch), die in Deutschland weder verboten ist noch auf einer EU-Terrorliste steht. Einige der Beschuldigten waren bereits jahrelang in der Türkei inhaftiert. Weil sie dort aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der TKP/ML verfolgt wurden, hatten sie in Deutschland politisches Asyl erhalten. Nun aber sitzen sie aus dem gleichen Grund hierzulande wieder im Gefängnis.

Weg mit dem §129a/b!

Die Paragrafen 129a und b standen immer wieder in der Kritik. Für eine Verurteilung müssen keine konkreten strafbaren Handlungen nachgewiesen werden. Vielmehr geht es um die Kriminalisierung von unliebsamen politischen Aktivitäten. Besonders deutlich wird dies beim §129 b, nach dem nur mit Ermächtigung des Bundesjustizministers ermittelt werden darf. Letztlich hat es die Regierung in der Hand, ob sie politische AktivistInnen als „Terroristen“ verfolgt oder sie als FreiheitskämpferInnen ansieht. Eine solche Meinung kann jedoch je nach politischem Interesse der Bundesregierung und ihrer Partnerländer umschwenken.
Im Fall der Verhaftungen der ATIK*-Aktivistinnen gab es eine enge Zusammenarbeit zwischen türkischen und deutschen Ermittlungsbehörden. Die deutsche Justiz macht sich hier zum verlängerten Arm der türkischen Regierung und sperrt genau diejenigen politischen AktivistInnen ein, die Erdogans Regime gerne hinter Gittern sehen möchte.
*ATIK ist eine türkische Organisation, die seit 1986 aktiv ist und sich europaweit für die Rechte von MigrantInnen und der Arbeiterklasse engagiert. Auch in Deutschland setzt sie sich seit Jahren als eingetragener Verein für die sozialen Rechte von MigrantInnen ein.
Freiheit für die ATIK-AktivistInnen und alle Politischen Gefangenen!

Veranstalter: Türkei Info Bremen; Verein für Alltagskultur und politische Bildung e.V.; Kommunikationszentrum paradox; Bremen Halkevi; Verein für Internationalismus und Kommunikation e.V.; Rote Hilfe e.V. OG Bremen

“Madrid before Hanita – 300 Juden gegen Franco”

Madrid Before Hanita

Dokumentation von Eran Torbiner, Israel
2008, ca. 58 Minuten, dt. Version

Filmvorführung im Cinema Ostertor mit anschließendem Gespräch

Eintritt: 5,- Euro

Im August 1936 kamen tausende von Freiwilligen aus aller Welt nach Spanien,
um gegen die putschenden Faschisten zu kämpfen. Nahezu unbekannt geblieben
ist bislang die in der vorliegenden Dokumentation erzählte Geschichte der
ca. 300 jüdischen Freiwilligen, die aus dem britischen Mandatsgebiet
Palästina nach Spanien kamen, um in den internationalen Brigaden zu
kämpfen. Viele von ihnen waren Kommunist*innen und davon überzeugt, dass der
Faschismus nicht nur das größte Übel für die Juden, sondern für die
Menschheit überhaupt sei. Allerdings hatten sich die Freiwilligen aus
Palästina zuersteinmal mit dem Widerstand der zionistischen Gemeinschaft
gegen ihre Entscheidung auseinandersetzen müssen.
Eran Torbiner zu seinem Film: “Zu den Aktionen der zionistischen Bewegung
in dieser Zeit gehörte die Gründung der Siedlungen unter dem Motto ‚Mauer
und Turm’ mitten in arabischen Regionen – mit dem Ziel, Fakten im Blick auf
eine mögliche Teilung des Landes zu schaffen. Chanita im Norden Palästinas
war das Symbol für diese Aktion. Als Ja’akov Chasan, einer der Führer der
linken Zionisten in Palästina 1938 sah, dass sich einige Zionisten im Lande
an den Brigaden in Spanien beteiligten oder beteiligen wollten, anstatt
immer mehr Siedlungen aus einer Mauer und einem Turm zu errichten, prägte
er das Codewort ‚Chanita vor Madrid’.” Im Film erzählen Zeitzeug*innen von
ihrem Weg zu den Interbrigaden und ihren Erlebnissen im bewaffneten Kampf
gegen den Faschismus.

Eine Veranstaltung der Roten Hilfe e.V. OG Bremen und des Vereins für
Alltagskultur und politische Bildung e.V. zum Tag der Politischen
Gefangenen 2016

Die Grenzgänger live: „und weil der MENSCH ein MENSCH ist – Lieder Lager Widerstand“

Die Grenzgänger

Freitag, 18. März 2016 – 19.30 Uhr
Kuß Rosa, Buntentorsteinweg 143, 28201 Bremen

Eintritt: 10,- Euro

Dargeboten werden Lieder, die allesamt eindrucksvoll zeigen, wie die Menschen in Situationen der Erniedrigung, des Eingesperrt- und Ausgeliefertseins, unter Umständen voller Terror und Tod, gedichtet und gesungen haben. Alle Lieder sind in Gefängnissen, Zuchthäusern und Ghettos und auch in Konzentrations-, Strafgefangenen- und Vernichtungslagern des faschistischen Deutschland gesungen worden. Die Grenzgänger sind mehrfache Träger des Preises der deutschen Schallplattenkritik. “Wer so ernste, schwere Themen so gekonnt und eindringlich interpretiert, gehört zu den großen Ausnahmen im Musikgeschäft.” – Uwe Golz, Deutschland Radio

Veranstaltet von der Roten Hilfe e.V. OG Bremen zum 18. März, dem Tag der Politischen Gefangenen.

Gedenken an die Gefallenen der Räterepublik

Veranstaltung zu Ehren der Verteidiger*innen der Bremer Räterepublik

Sonntag, 14. Februar 2016
11 Uhr, Waller Friedhof
Es spricht: Dr. Seltsam (Berlin)
Moderation: Wolfgang Meier
Musikalisch begleitet vom Buchtstraßenchor

Anschließend ab 12.00 Uhr:
Kulturprogramm im Westend
Musikalische Einleitung: Michael Henk
Moderation Raimund Gaebelein

Es liest:
Rolf Becker (Schauspieler, Hamburg)
aus Peter Weiß: Ästhetik des Widerstands

Es laden ein:

Bildungsgemeinschaft SALZ; Bremer Antikapitalistische Linke (BAL); DGB BREMEN; DIE LINKE. Landesverband Bremen; DIE LINKE. Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft; Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Bremen; DKP Bremen-Nord; Initiative Bremer Montagsdemonstration; Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg; Marxistische Abendschule (MASCH) Bremen; Marxistisch-Leninistische Partei Deutschland (MLPD) Bremen; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Bremen; Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Bremen; Jugendverband REBELL Bremen;

Am 04. Februar 2016 jährt sich zum 97. Mal die Niederschlagung der Bremer Räterepublik. Die Herrschaft des Arbeiter- und Soldatenrates in der Revolution von 1918/19 und die Existenz der „Sozialistischen Republik Bremen“ vom 10. Januar bis zum 04. Februar 1919 gehören zur demokratischen Tradition unserer Stadt. Der Kieler Matrosenaufstand, der die deutsche Revolution im November 1918 einleitete, bildete auch in Bremen den Auslöser für den Sturz der alten Ordnung. Am 6. November gab der Unabhängige Sozialdemokrat Adam Frasunkiewiecz vom Balkon des Rathauses bekannt, dass ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet wird. Doch anders als in Bremen, wo die Linke die Mehrheit in der Arbeiterbewegung hatte, kam die Revolution in Berlin und im Reich bald ins Stocken. Die Führung der Mehrheitssozialdemokratie unter Ebert und Scheidemann und die Spitzen der Gewerkschaften wollten eine Entwicklung wie nach der russischen Oktoberrevolution verhindern und orientierten auf die Errichtung einer bürgerlich-demokratischen, parlamentarischen Republik. Sie setzten statt der Errichtung einer Räteherrschaft der Arbeiter-schaft die Wahlen zu einer Natioalversammlung durch, ließen die alten Gewalten in Wirtschaft, Staatsapparat, Justiz und Armee ihre Macht und bekämpften eine weitere Umwälzung auch mit Waffengewalt, indem sie mit Freikorps unter kaiserlichen Offizieren gegen USPD und Spartakus vorgingen. Den von Noske geführten konterrevolutionären Truppen fielen im Januar 1919 Hunderte von Sozialisten zum Opfer, unter ihnen auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Um diese Entwicklung in Bremen zu verhindern und die angestrebte sozialistische Demokratie zu erreichen, proklamierte der Aktionsausschuss nach einer großen Demonstration der Bremer Arbeiter und Arbeiterinnen am 10. Januar 1919 die „Sozialistische Republik Bremen“ und ein Rat von Volksbeauftragten aus USPD- und KPD-Mitgliedern (u.a. Dannat, Henke, Knief) übernahm die Verwaltung der Stadt. Die Räteregierung nahm eine Reihe sozialer Reformen in Angriff.

Die Banken weigerten sich, der neuen Regierung Geld für Löhne und Gehälter auszuzahlen. Vor allem aber hatte die Ebert-Regierung in Berlin – auch auf Bitten der Abgesandten der Bremer Kaufmannschaft – beschlossen, in Bremen wieder „Ruhe und Ordnung“ herzustellen. Am 25. Januar befahl Noske der Freiwilligen-Division Gerstenberg, der sich ein aus bremischen Bürgersöhnen gebildeten Freikorps unter Oberst Caspari anschloss, den Angriff auf Bremen. Der begann am 04. Februar mit über 3000 Soldaten, Kanonen und Panzerautos. Nach heftiger Gegenwehr mussten die Arbeiter den Kampf einstellen, 29 Verteidiger der Räterepublik waren gefallen. So endete auch in Bremen der Versuch, Demokratie und Sozialismus durchzusetzen.

Wir gedenken der gefallenen Verteidiger der Bremer Räterepublik und wir fragen nach der Aktualität ihrer Ideen für uns heute.

Denn wir sehen

- dass heute wie damals der Kapitalismus nicht in der Lage ist, eine gerechte Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten,

- dass heute wie damals die Militarisierung sowohl im Inneren als auch nach außen intensiviert wird,

- dass heute wie damals der Sicherheits- und Polizeistaat ausgebaut wird,

- dass heute wie damals soziale Rechte abgebaut werden,

- dass die Arbeitskraft der Menschen immer stärker ausgebeutet wird.

Unsere Lehren daraus sind

- uns mit den Forderungen der Rätebewegung auseinanderzusetzen.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Wir sind alle 129 B?!

Azadi

Vortrag mit Monika Morres vom Verein Azadi e.V.
Vor dem Hintergrund der Verteidigung von Kobanê/Rojava (Nordsyrien)
durch die Kräfte der kurdischen YPG/YPJ gegen die Terrormiliz
„Islamischer Staat“ (is) und der Auseinandersetzungen um die Lieferung
deutscher Waffen an die Peschmerga der kurdischen Autonomieregierung im
Nordirak, hat die Diskussion um eine Neubewertung der PKK an Dynamik
gewonnen. bis hinein in bürgerliche Medien und Parteikreise wird
zunehmend die Haltung der Bundesregierung in Frage gestellt, einerseits
aus außenpolitischen Erwägungen ihr genehme Kurd*innen mit Waffen
auszustatten, andererseits aus ebensolcher Motivation seit 22 jahren am
PKK-Betätigungsverbot und der stigmatisierung der kurdischen
Freiheitsbewegung in Deutschland festzuhalten.

Seit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Oktober 2010, den §
129b auch auf die PKK auszudehnen, sind inzwischen mehrere kurdische
Aktivisten zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.
Was bedeutet das Verbot für die hier lebenden politisch aktiven
Kurd*innen? Wie sieht die Verfolgung von der PKK zugerechneten Personen
in Deutschland derzeit aus? Wie kann eine Verbindung der Solidarität mit
den hier lebenden aktiven Kurd*innen und den Kämpfen um Kobanê und
Rojava gestaltet werden?

Free Valentin!

Valentin

Gegen Nazis und Repression – Freiheit für Valentin

Am 1. Juli 2015 krachte in einer WG von Bremer Genossen zum dritten Mal die Tür. Wie bei den zwei vorherigen Malen stürmten vermummte SEK-Beamte die Wohnung. Anders als bisher stellten sie dieses Mal nicht die Einrichtung auf den Kopf, um nach Beweismitteln zu schnüffeln, sondern nahmen einen Genossen mit einem Haftbefehl mit. Sein Name ist Valentin.

Ihm wird vorgeworfen, an den Auseinandersetzungen am Verdener Eck nach dem Fußballspiel Werder Bremen gegen den Hamburger SV beteiligt gewesen zu sein. An dem Tag griffen Bremer Nazi-Hools eine Gruppe Bremer antifaschistischer Ultras an. Es kam zu einer heftigen Konfrontation. Auch wenn sich der Vorfall nach einem Fußballspiel ereignete und dieses Mal Fußballfans die Betroffenen waren, handelt es sich dabei keineswegs um Fußballkrawalle. Der Übergriff hatte eine politische Dimension. Die Hooligans griffen die Ultras an, weil sie diese dem linkspolitischen antifaschistischen Lager zuordneten.

Valentin sitzt seit seiner Verhaftung in U-Haft. In einer Pressekonferenz am 2. Juli 2015 präsentierte die Polizei Bremen ihn als „Hauptverdächtigen“ der Auseinandersetzungen. Ihm wird gefährliche Körperverletzung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Unmissverständlich machte die Polizei klar, dass an Valentin ein Exempel gegen politisch motivierte Gewalt statuiert werden soll.

Diese Situation kotzt uns an. Wir stehen solidarisch zu unserem Freund, Genossen und Bruder Valentin. Wir werden alles dafür tun, um ihm zur Seite zu stehen und die Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, die er braucht.

Um ihm finanziell den Rücken stärken zu können, ist ein Spendenkonto eingerichtet. Beteiligt euch an den Spenden, denn gemeint sind wir alle. Lasst eure Solidarität für ihn spürbar werden, indem ihr ihm Post zukommen lasst. Wir werden dafür ein Postfach einrichten und euch die Adresse in den kommenden Tagen kommunizieren. Überdenkt aber bitte, was ihr in die Briefe reinschreibt. Achtet bei Absender und Inhalt auf die Begebenheit, dass die Polizei die Briefe auch lesen wird.

Aus Hass und Wut wird Widerstand.

Spendenkonto:

Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Bremen
IBAN: DE71 2001 0020 0481 9122 06
BIC: PBNKDEFF
Postbank Hamburg
Verwendungszweck: Freiheit für Valentin

(Bitte denkt unbedingt daran den Verwendungszweck einzutragen)